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„Our Love“ von Jiang Zhi, zu sehen bei der gestrigen asian dinner story india/china trans/sexual, ist eine halb dokumentarische, halb fiktive Annäherung an das Leben dreier Transsexueller in der Boomtown Shenzhen, die diesen Namen wahrlich verdient.
Shenzhen ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. 1979 noch ein Fischerdorf mit nur 30.000 Einwohnern, leben dort heute 11 Millionen Menschen! Nur durch einen Fluss von Hongkong getrennt, wurde die Stadt unter Deng Xiaoping 1980 unter der Parole „Lasst den Westwind herein. Reichtum ist ruhmvoll“ zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erkoren. Die hügelige Landschaft wurde eingeebnet und der Gigantonomie des Baubooms Platz gemacht. Wo einst ein verschlafenes Nest war, wachsen heute Wolkenkratzer der Superlative und Träume von der wahren Liebe jenseits körperlicher Grenzen in den Himmel.
„I’ll make him love me that much, that in the end it doesn’t matter anymore that I’m a man“, hofft Xiang Xiang. Vergebens. Die bildhübsche Transfrau Xiang Xiang verliebt sich in den heterosexuellen Rao Rao, der von sich sagt: „I love women. I love beautiful women. And if they have a nice pussy, it’s perfect.“ Die aufkeimende Liebe zwischen Xiang Xiang und Rao Rao ist zum Scheitern an eben dieser „falschen“ Körperlichkeit verurteilt. Die Hoffnung auf trans-sexuelle Liebe, auf eine Liebe, die biologisches Geschlecht überschreitet, bleibt unerfüllt. Drag-Queen Teresa, Mitbewohnerin und Freundin von Xiang Xiang, meint desillusioniert: „Love is cheating. It’s better to find someone who really loves you than someone you really love.“
Während Teresa und Xiang Xiang – „feeling somewhat between male and female” – ihre weibliche Identität durch Make-up und Kleider nach außen tragen, geht Ping Er – Kennerin der transsexuellen Szene in Shenzhen und ihrer tragikomischen Episoden – den radikaleren Weg der Geschlechtsumwandlung zur Frau.
Jiang Zhi schafft ein einfühlsames, intimes Porträt dreier Menschen, die aus den klassischen Geschlechts-Rollenzuordnungen auszubrechen versuchen. Viele ihrer Träume und Sehnsüchte zerbrechen an den Maßstäben einer restriktiv-normativen Gesellschaft, die man diesbezüglich nicht erst im fernen Osten zu suchen braucht.
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